Willkommen auf giessen postkolonial!

Die Kolonialzeit wird oftmals als ein abgeschlossenes Problem der Vergangenheit angesehen und vor allem Deutschland wird kaum oder selten damit in Verbindung gebracht – Wir beweisen das Gegenteil und zeigen, warum es wichtig ist, das Gedächtnis zur Kolonialzeit aufrecht zu erhalten, um unsere Gegenwart besser zu verstehen.

Auch in Gießen gab und gibt es vereinzelt immer noch Orte, die mit der deutschen Kolonialzeit in Verbindung stehen, wie z.B. ehemalige Kolonialwarenläden, die Produkte aus den deutschen Kolonien hier verkauft haben, eine Stätte kolonialen Raubes, aber auch postkoloniale Ereignisse, wie die Proteste gegen den Film Africa Addio, welcher Denkweisen aus der Zeit des Kolonialismus wieder salonfähig machen wollte.

Mit diesem (post)kolonialen Erbe Gießens beschäftigt sich giessen postkolonial“, welches ein Projekt von Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen ist. Dabei wird der aus dem Alltag gewohnte Kontext der Stadt Gießen umstrukturiert und gezielt nach Spuren der Kolonialität untersucht, um einen Zugang zu kolonialen Ereignissen/Kontinuitäten zu erhalten und eine Erinnerungs- und Bewusstseinskultur aufleben zu lassen. Mittels der Rekonstruktion geschichtlicher Ereignisse und ihrer Auswirkungen auf die Gegenwart soll zu einem reflexiven Prozess über die eigene Stellung innerhalb der sozialen Realität angeregt und zur Kritik ermutigt werden.

In einem Stadtrundgang durch Gießen mit diversen Stationen soll dieser Zugang geboten werden und eine interaktive Plattform erzeugen, welche die individuelle Auseinandersetzung mit den Dimensionen des Kolonialismus/der Kolonialität fördert.

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